Frischwasser im Wohnmobilsausbau richtig planen

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11 Feb 2019 22:25 - 11 Feb 2019 22:28 #2025 von BedaBua
Frischwasser im Wohnmobilsausbau richtig planen

Wenn Ihr mit Eurem Camper auf Reisen geht, ist Frischwasser unerlässlich. Ihr benötigt es nicht nur um das Geschirr zu spülen, sich die Hände zu waschen oder zu duschen. Ebenso benötigen Ihr frisches Wasser zum Kochen und Kaffee brühen. Ihr könnt natürlich auch hingehen und die Mineralwasservorräte der Supermärkte aufkaufen. Dies wäre letztlich aber ein sehr teures Vergnügen und würde die Unabhängigkeit des Campens doch etwas einschränken. Ohne Wasser auf Reisen gehen, ist fast unmöglich. Ihr benötigt also eine Frischwasseranlage, die Euch tagtäglich mit genügend frischem Wasser versorgt. Bei der Dimensionierung dieser gibt es verschiedene Dinge zu beachten: Wie lange möchtet Ihr ohne Nachfüllen unterwegs sein? Zu wie vielt reisen Ihr? Wie hoch ist Euer täglicher Wasserbedarf? Wenn Ihr wisst wie viel Wasser Ihr in der Theorie benötigt, kann überlegt werden welche Möglichkeiten hier genutzt werden können: eine Unterflurwassanlage, eine Kanisterwasseranlage etc. Bei dieser Frage sollten Sie auf jeden Fall das Platzangebot unter bzw. im Fahrzeug berücksichtigen und zudem auch die Zuladung Ihres Campers im Auge behalten. Denn eine gefüllte Frischwasseranlage schlägt auch in Punkto Gewicht erheblich zu und sollte mit einberechnet werden. Schließlich kann ein Liter Wasser mit einem Kilogramm gleich gesetzt werden.

Wasser bedeutet Unabhängigkeit

Ihr werdet nicht umhin kommen, auf Reisen Frischwasser mitzuführen. Ihr benötigt Wasser zum Trinken, aber auch zum Spülen, Kochen oder auch nur zum Händewaschen/Duschen. Gerade, wenn man mit Kindern reist und nicht ständig zu Erfrischungstüchern greifen möchte, um die Patscher der Kleinen zu säubern, ist Wasser unerlässlich. Doch abgesehen davon kommt der Mensch ohne Wasser nicht aus. Er besteht zu 90 % aus H2O. Daher sollte die Menge, die Ihr mitnehmen müsst, im Vorfeld berechnet werden. In Deutschland stehen sicherlich genügend Frischwasserquellen zur Verfügung. Sicherlich kann man den Wassertank an fast jeder Tankstelle auffüllen. Wenn Ihr hingegen eine Wüstenfahrt ins Visier nehmt, sollten Ihr entsprechend mehr von dem Lebenselixier an Bord mitführen. Denn schließlich seid Ihr nur so lange autark, wie Euer Wassertank im Wohnmobil es zulässt.

Wasservorrat für die Autarkie

Für viele Wohnmobilisten ist die Autarkie ein wichtiges Kriterium. Gerade deswegen entschließen sich die meisten, anstelle der Ferien im Hotel lieber die schönste Zeit des Jahres im Wohnmobil zu verbringen. Statt sich gebunden an einem Ort aufhalten zu müssen, kann man wie es einem beliebt, von einem Aufenthaltsort zum nächsten fahren. Die Eindrücke von Land und Leuten sind wesentlich intensiver, die Natur ist zum Greifen nah, der Urlaub ist eine ständige Abwechslung. Es wird nicht langweilig.

Gleichwohl gilt es zu bedenken, dass das eingeladene Wasser ein Gewicht mitbringt. Ihr müsst also wieder einmal die Nutzlast im Auge behalten. Um also so lange als möglich unabhängig vom Nachfüllen der Wassertanks zu bleiben, sollten Ihr Euch in der Planung bereits Gedanken machen, wofür Ihr Euren Camper später nutzen möchten. Bei Reisen in trockene Gebiete, in denen auch das Nachfüllen der Tanks schwierig werden könnte, sollten Ihr eine entsprechend hohe Menge an Wasser einplanen. Folglich müsst Ihr einen oder mehrere Tanks verbauen. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit die Platzverhältnisse im und unter Ihrem Wohnmobil dies zulassen. Hinzu kommt das Eigengewicht des Wassers und der Tanks im Hinblick auf die Nutzlast. Daher ist es empfehlenswerter, nur einen Tank einzubauen und den Rest der erforderlichen Menge an Trinkwasser in Falttanks, Kanistern oder Schlauchbehältern mitzunehmen. Diese zusätzlichen Aufbewahrungsmöglichkeiten nehmen wenig Platz weg und sind daher ideal für die Unterbringung von Trinkwasser. Klar, dass die geplante Wasseranlage in der Grundriss-Planung und auch Skizze berücksichtigt werden sollte. So seht Ihr nicht nur wo die Leitungen verlegt und evtl. Durchbrüche gemacht werden müssen. Ihr wisst auch sofort wo die Spüle und die Kochgelegenheit am besten platziert werden können.

Wichtige Fragen bei der Planung

Wie viele Personen reisen mit?
Wie lange soll der Wasservorrat reichen?
(wie viele Tage möchte man also ohne ein Nachfüllen des Tankes leben)
Wie hoch ist der Wasserverbrauch pro Kopf pro Tag? (wie viel Wasser benötigt man als insgesamt pro Tag)
Wie oft gibt es überhaupt die Möglichkeit Wasser nachzufüllen? (in der Wüste hat man schlechte Karten)
Wie viel Platz steht unter bzw. im Fahrzeug für die Unterbringung der Tanks und Kanister zur Verfügung?
Wie viel dürfen die Tanks samt Inhalt wiegen? (die Nutzlast des Fahrzeuges darf nicht überschritten werden)

Größe des Wassertanks je nach Reiseziel

Der Mensch kann ohne Wasser nicht leben. Um sich diese Autarkie zu bewahren, solltet Ihr Euch also bereits in der Planung des Ausbaus Ihres Campers darüber im Klaren sein, wie viel Wasser Ihr letztlich auf Euren Reisen mitnehmen müsst. Entsprechend sollte die Größe des oder der Wassertanks ausfallen, damit Ihr nicht alle paar Kilometer bereits wieder eine Wasserauffüllstation anfahren müsst, um den Tank wieder zu füllen. Klar wer das Fahrzeug nutzt um zum Lieblings-Campingplatz zu gelangen und dort mit ausreichend Frischwasser versorgt ist, kann auch auf größere Wasservorräte leicht verzichten und das dafür zur Verfügung stehende Gewicht für die Einrichtung oder das Gepäck nutzen. Wer lieber in abgelegene Gegenden fährt oder gar in Wüstengegenden unterwegs ist, der sollte den Fokus seines Wohnmobilausbaus auf den Wasservorrat legen. Je nach Nutzungsweise und Reiseziel muss der Ausbau also auf die verschiedenen Bedürfnisse angepasst - und das gilt auch für das Frischwasser.

Opel Movano A; Bj.:2001; L2H2; 2,8 Dti;
Letzte Änderung: 11 Feb 2019 22:28 von BedaBua.
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12 Feb 2019 18:18 - 12 Feb 2019 18:43 #2051 von Splitter
Tach Ralph,
wie planst du für dich deine Pro-Kopf-Menge an Frischwasser pro Tag eigentlich im Vorhinein?



.....wir rauben für nicht abzukochendes Trinkwasser (still & medium) übrigens tatsächlich aldi Lidl- und REWE-Märkte aus:
Weil diese PET-Flaschenabfüllungen zum einen eine deutliche Haltbarkeit haben (kann man so auch mal "vergessen"),
sie auch noch zwischengesteckt in das teilgeräuberte Wäschefach passten,
weil die PET-Umverpackung durchweg hygenisch ist (was ich einem gebrauchten Wasserschlauch irgendwann absprechen täte)
weil es "Medium" (in 0,5L-Kleinflaschen unser Wanderwasser ;) ) nicht aus dem Tank gibt und
weil ich ca. € 0,10 pro Liter Luxuswasser-ohne-Pfand sodann doch noch für bezahlbar halte :P :)

Klar, für Reisen in Wüstenregionen täte ich da auch wieder anders denken wollen :)

Ralph.
*Selbstausbau-interessierter Serienkastenfahrer*
im Knaus BoxStar Road 5,40m, BJ2015 - L2H2 - 2,3L 130PS - Euro 5 - Auflastung 3,3to auf 3,5to
Letzte Änderung: 12 Feb 2019 18:43 von Splitter.

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12 Feb 2019 22:55 #2060 von BedaBua
Planung je nach "Einsatzgebiet". In der Wüste bzw trinkwasserarmen Gebieten: bis zu 10 Liter Wasser zum Trinken pro Person pro Tag bei 45 Grad Außentemperatur. Das ist aber die unterste Grenze. Empfohlen werden 15 Liter.
Selbst erlebt habe ich einen humanitären Bundeswehreinsatz im Iran 1990 bei dem wir bei rund 10 Liter Getränke am Tag grad mal 1 mal pinkeln waren.
Tip: Sollte einem trotz üppigen Wasservorrat mal das H2O ausgehen, könnte man im äußersten Notfall auf das Kühlerwasser des Fahrzeugs zurückgreifen.

Opel Movano A; Bj.:2001; L2H2; 2,8 Dti;

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13 Feb 2019 07:15 #2063 von Splitter
OK Ralph, dein EInsatz ist aber auch eine Extremsituation gewesen (der wir uns klimatisch hier im letzten Sommer duchaus schon genähert haben *lacht*)
...und wie steht's mit der Planung zur empfohlenen Wasserbevorratung für den Kastenwagen hier in unseren Breiten?
Nicht nur Trinken, sondern der von dir angesprochene, anzunehmende "Tagesbedarf über alles"
zur Vorabplanung des von dir angesprochenen Frischwasserspeichers im Kastenwagen, das für bevorzugt mitteleuropäisch "erfahrbare" Reiseziele. Also mal eher weniger auf Reisen in Wüsten- oder Krisengebiete bezogen ;)

Ist klar, auf Tageswanderungen haben wir grundsätzlich 1-2 Liter Trinkwasser pro Person dabei. Egal ob auf dem zivilisationsnahen Rheinsteig, in den wasserreichen Tauern oder im eher schon trockenen Andalusien (dies ausschließlich als leichte 0,5L PET-Flaschen).
Und der Absaugschlauch für das Absaugen des bis -20°C mit Frostschutz versetzten Kühlwassers bleibt bei uns zu Hause ;)

Ralph.
*Selbstausbau-interessierter Serienkastenfahrer*
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13 Feb 2019 08:46 #2068 von Splitter
Was hier von den Selbstausbauern noch keiner angedacht hat,
wohl auch, weil solch ein "Feature" noch bei keinem Serienausbauer so beispielhaft zu sehen ist:

Viel Wasser läuft (so zumindest bei uns) ohne Nutzwert in den Abwassertank:
- beim Griff nach der Seifenflasche
- beim Händeeinseifen
- beim Zähneputzen zwischen den Spül-Schlucken
- beim "eben mal abspülen" zwischen den untergehaltenen Kleinteilen

...mit einem fußbewegten Einschalttaster (klar, geht nur bei einer Tauchpumpe) lässt sich der Wasserverbrauch im Kastenwagen so deutlich reduzieren: Handelsüblicher Tastschalter mit ET=35mm, eingelassen in die Bodenplatte im Bereich einer Sickenvertiefung.

Ralph.
*Selbstausbau-interessierter Serienkastenfahrer*
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14 Feb 2019 20:37 #2137 von BedaBua

Splitter schrieb: ...und wie steht's mit der Planung zur empfohlenen Wasserbevorratung für den Kastenwagen hier in unseren Breiten?
Nicht nur Trinken, sondern der von dir angesprochene, anzunehmende "Tagesbedarf über alles"
zur Vorabplanung des von dir angesprochenen Frischwasserspeichers im Kastenwagen, das für bevorzugt mitteleuropäisch "erfahrbare" Reiseziele.


Wenn Mann oder Frau nebst WoMo einen Platz auf einem Campingplatz gefunden hat: 0 - 5 Liter (genug für Händewaschen, ....)
Autarkes Stehen: mit Dusch- und Toilettenbenutzung (sparsam): 20 - 25 Liter pro Person
Autarkes Stehen ohne Dusche/Toilette: 15 - 18 Liter pro Nase

Jetzt fragt Ihr Euch woher ich die Werte nehme!??! Fachliteratur und selbstgemachte Erfahrungen mit Wohnwagen bzw Faltcaravan.
Natürlich hat JEDER andere Gewohnheiten die zu berücksichtigen sind, aber meine Werte sind Mittelwerte.

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14 Feb 2019 20:57 #2143 von Splitter
...deine Mengenansätze kommen so in etwa ganz gut hin :)





Wassernichsagt dieser Ralph BedaBua *tztztz*

Ralph.
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03 Sep 2019 14:24 #5613 von Kazzig
Ich habe z.B. den Frischwassertank nach den verfügbaren Platzverhältnissen unter dem Küchenblock ausgelegt, da für mich nur hier sinnvoll der Platz da ist. Das macht in meinem Falle ca. 70 Liter Frischwasser für zwei Personen (Sommercamper März - Oktober, hauptsächlich Europa). Der Abwassertank wird mit ca. 65 Liter unter dem Fahrzeug montiert.

Nennt mich bitte Göki - Danke :)
"Alf" Renault Master L3H2, Bj. 2006, 88 kW, Euro 4, 3,5t

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05 Sep 2019 07:04 #5637 von schmidtfranz
Pauschale Mengen zum Wasserverbrauch zu nennen ist schwierig. Jeder hat ein anderes Nutzungsverhalten und eine andere technische Ausstattung im Womo. Wir z.B. haben nur ein Waschbecken mit Kaltwasser, wo Wasser verbraucht wird. Trockentrenntoilette und keine Dusche.
Wir kommen mit 60 Liter und 4 Personen (2 Erwachsene und 2 kleine Kinder) ungefähr 5 Tage hin.

Fiat Ducato L4H2, Euro 6, 130PS, 3,5t

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11 Sep 2019 14:14 - 11 Sep 2019 14:15 #5730 von lordofchaos
Verbrauch ca 3-4 Liter/Tag
Küche hat nen 12 Liter Kannister für Frischwasser und 12 Liter für Abwasser

Fiat Ducato x250 Bj.2012 L4H2 MAXI
150 Multijet 2.3L Euro5
Letzte Änderung: 11 Sep 2019 14:15 von lordofchaos.

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